Krankenhäuser: Von Erziehung und Menschlichkeit
Freitag, 03. Juni 2005 um 01:00 Uhr
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"Rauchfreie Krankenhäuser" sind das neue Ziel der Anti-Raucher-Bewegung - was irgendwie positiv klingt, letztlich aber rauchende Patienten noch stärker belastet. Ein Arbeitgeber darf ein völliges Rauchverbot in seinem Betrieb aussprechen - doch in einem Krankenhaus geht es nicht nur um Angestellte, sondern ebenso um Patienten, die in den seltensten Fällen freiwillig ihre Zeit dort verbringen und die Einrichtung auch nicht verlassen können, wann es ihnen beliebt.
Wieder einmal geht es nicht um gesundheitliche Gefährdungen – sondern weit mehr um den fragwürdigen Symbolwert eines Rauchverbots. Anders läßt sich kaum erklären, daß nun selbst die Bereitstellung kleiner und abgelegener Raucherzimmer für Patienten nicht mehr möglich sein soll. Wer raucht, muß vor die Tür – völlig egal, ob es um einen Angestellten geht oder um einen frisch operierten Patienten, der einen Tropf hinter sich herrollt. Dies ist gesundheitlich sicher ebenso fragwürdig wie der angestrebte Symbolwert, der Raucher zu Aussätzigen macht.
Wer aus welchen Gründen auch immer in ein Krankenhaus eingeliefert wird, ist ernsthaft krank. Rauchenden Patienten wird durch ein Projekt "Rauchfreie Krankenhäuser" selbst die einfache Möglichkeit genommen, ihre Situation mit der einen oder anderen Zigarette besser zu verkraften. Es ist unmenschlich, in einer solchen Lage bewußt zusätzlichen Druck auf Patienten auszuüben. Darüber hinaus ist es nicht die Aufgabe von Krankenhäusern, Patienten zu einem obligatorischen Rauchverzicht zu zwingen. Sie sind Gesundheitseinrichtungen, keine Erziehungsanstalten für Erwachsene.
Menker, Guido: Ohne Rauch geht's auch
pressrelations.de (Hrsg.): Schnappauf: Bayerns Krankenhäuser sollen rauchfrei werden
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