Tabaksteuer: Doppelmoral
Montag, 31. Dezember 2007 um 00:00 Uhr
Gibt es einen Zusammenhang zwischen dem Rauchen, insbesondere dem Zigarettenrauchen und der nationalen Sicherheit? Die Antwort lautet eindeutig „nein“ – und doch wird der Zigarettenraucher demnächst zusätzlich mit vier Pfennig pro Zigarette belastet, um nationale Sicherheit zu finanzieren. Nicht belastet werden alkoholische Getränke, ob Bier, Wein oder Spirituosen.
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Einleuchtend jedoch wäre jedem Bürger eine Erhöhung der Tabak- und Alkoholsteuer zur Finanzierung der Gesetzlichen Krankenversicherung. Diese Steuer würde diejenigen treffen, die durch ihr Verhalten die Krankenversicherung belasten. Sie könnte im Nebeneffekt dazu beitragen, den Konsum von Tabakwaren und alkoholischen Getränken zu reduzieren. - Prof. Dr. med. Fritz Beske
Eine Erhöhung der Tabaksteuer zur Finanzierung der Gesetzlichen Krankenversicherung, ... trifft meines Erachtens nicht den Kern des Problems. Es ist zumindest fraglich, inwieweit der Gesetzlichen Krankenversicherung tatsächlich durch die Folgen des Missbrauchs von Tabak (und Alkohol) zusätzliche finanzielle Belastungen entstehen, wenn man in Rechnung stellt, dass ein Großteil der betreffenden Personen eine verkürzte Lebenserwartung hat . . . Die öffentliche Hand profitiert in erheblichem Umfang vom Krankheits- beziehungsweise Suchtverhalten bezüglich Tabak-(und Alkohol-)Missbrauch. Der Bund nahm beispielsweise 1998 knapp 23 Milliarden DM Tabaksteuer ein, sodass erklärbar erscheint, dass die bisherigen Bundesregierungen kein Interesse an einem Werbeverbot für die Zigarettenindustrie hatten beziehungsweise haben. - Dr. med. Matthias Demandt, Straubing
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