Jugendliche Raucher: Die Wahl der Qual
Freitag, 15. Juli 2005 um 00:00 Uhr
Demokratie lebt vom Mitmachen. Dies sagte sich wohl auch die sächsische Gesundheitsministerin Helma Orosz, bevor sie ihre Forderung publik machte: Drei Viertel aller sächsischen Schulen sollen doch bitte in zwei Jahren das Rauchen unter Beteiligung von Schülern, Lehrern und Eltern "freiwillig" verbieten, da sonst ein völliges Rauchverbot komme.Während man noch darüber rätselt, wieviel Freiwilligkeit hier wohl im Spiel sein soll, sind es wieder einmal die Implikationen, die schwerer wiegen als das vermeintlich angestrebte Ziel. Ein freier Wille kann zum Ausdruck kommen, wenn eine freie Entscheidung wirklich möglich ist. Die Wahl zwischen einem "freiwilligem" Verbot und einem gesetzlich festgeschriebenen Verbot klingt da mehr wie die Wahl zwischen Selbstmord und Hinrichtung. "Freiwilligkeit" jedenfalls wird hier nur vorgetäuscht, und das spüren auch die betroffenen Lehrer und Schüler.
Oh, und ganz nebenbei: Für Kinder und Jugendliche unterhalb des legalen Mindestalters von 16 Jahren ist das Rauchen auch jetzt schon nicht erlaubt. Wieder einmal behauptet man lautstarkt, es gehe um den "Schutz der Kinder", während in Wirklichkeit ganz andere Menschen betroffen sind.
Chemnitzer Morgenpost (Hrsg.): Ministerin Orosz stellt Schulen Raucher-Ultimatum
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